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Neurodivergenz und mentale Gesundheit: Warum wir beides zusammen anschauen

Autorenbild: selfMania Beratung
selfMania Beratung
5. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Sept.

Wenn dein Alltag ständig mehr Kraft kostet, lohnt sich ein genauerer Blick darauf, was eigentlich dahintersteckt.


Vielleicht kennst du Tage, an denen du eigentlich gar nichts Besonderes gemacht hast.

Arbeit. Einkaufen. Ein paar Nachrichten beantwortet. Zuhause noch irgendwas erledigt.

Und trotzdem bist du abends so fertig, als hättest du einen halben Umzug hinter dir.


Oder du merkst, dass du schneller gereizt bist. Geräusche gehen dir plötzlich richtig auf die Nerven. Du bekommst kaum noch etwas angefangen, ziehst dich mehr zurück oder brauchst nach Terminen erstmal deutlich länger, bis du wieder bei dir ankommst.


Vielleicht kennst du das schon lange.

Vielleicht ist es gerade mehr geworden.


Und irgendwann kommt die Frage:

Warum kostet mich mein Alltag eigentlich so viel Kraft?


Genau an dieser Stelle können Neurodivergenz und mentale Gesundheit ziemlich eng zusammenhängen.


Eye-level view of a serene nature scene with a calm lake
Eye-level view of a serene nature scene with a calm lake

ADHS oder Autismus erklären nicht automatisch alles


Vielleicht hast du eine ADHS- oder Autismusdiagnose. Vielleicht vermutest du schon länger, dass Neurodivergenz bei dir eine Rolle spielen könnte. Oder du bist gerade erst über das Thema gestolpert und erkennst dich in einigen Dingen wieder.


Eine Diagnose oder ein Begriff kann helfen, bestimmte Erfahrungen besser einzuordnen. Trotzdem erzählt er nicht automatisch, wie dein Alltag aussieht und was dich gerade belastet.


Denn zwei Personen mit ADHS können völlig unterschiedlich auf einen vollen Tag reagieren. Autistische Personen haben nicht automatisch dieselben Bedürfnisse.

Und nicht jede Erschöpfung, Überforderung oder psychische Belastung lässt sich allein mit Neurodivergenz erklären.


Deshalb lohnt sich der Blick auf das ganze Bild.



Wie viel Kraft kostet dein Alltag eigentlich?


Das ist eine Frage, die wir ziemlich spannend finden.


Denn wir schauen oft zuerst darauf, ob etwas funktioniert.


Du gehst zur Arbeit.

Du kümmerst dich um deine Familie.

Du hältst Termine ein.

Du beantwortest Nachrichten.

Du gehst einkaufen.

Von außen läuft also alles.


Was dabei niemand sieht: Vielleicht brauchst du danach Stunden, um dich zu erholen. Du sagst Treffen ab, weil nichts mehr geht. Am Wochenende bleibt kaum Energie für Dinge übrig, auf die du dich eigentlich gefreut hast.


Dann funktioniert dein Alltag zwar irgendwie.

Aber zu welchem Preis?



Dauerndes Anpassen kann verdammt anstrengend sein


Viele Erwachsene haben über Jahre ziemlich gute Wege entwickelt, irgendwie klarzukommen.

Du bereitest Gespräche im Kopf vorher vor. Versuchst dir zu merken, wann du jemanden anschauen solltest. Kontrollierst ständig, ob du gerade zu viel redest. Baust dir Systeme, damit du nichts vergisst. Reißt dich in Situationen zusammen, die dich eigentlich längst überfordern. Oder hast gelernt, deine eigenen Grenzen erstmal zu ignorieren, weil der Tag schließlich weitergehen muss.


Manches davon kann hilfreich sein.

Manches kostet jeden Tag ziemlich viel Energie.


Und genau deshalb reicht uns die Frage „Klappt es?“ nicht.


Wir möchten auch wissen:

Wie geht es dir dabei?



Mentale Gesundheit gehört für uns deshalb mit an den Tisch


Stress verschwindet nicht, nur weil du weißt, dass du ADHS hast. Eine Autismusdiagnose füllt deinen Akku nicht automatisch wieder auf. Und auch das beste Wissen über Neurodivergenz verändert erstmal noch keinen Alltag.


Vielleicht hilft dir dieses Wissen aber dabei, Dinge anders zu verstehen.


Warum bestimmte Situationen dich so erschöpfen.

Warum du nach einem vollen Tag kaum noch sprechen möchtest.

Warum Planänderungen dich stärker treffen als andere.

Warum du Grenzen häufig erst bemerkst, wenn du schon weit darüber hinaus bist.


Von dort aus kann man genauer hinschauen:

Was brauchst du eigentlich?


Und passt dein Alltag überhaupt dazu?



Selbstfürsorge ist nicht automatisch eine Pause mit Tee oder Kaffee


Bei mentaler Gesundheit landet man ziemlich schnell bei Selbstfürsorge.


Pausen machen. Sport. Meditation. Genug schlafen. Hobby suchen.

Alles Dinge, die hilfreich sein können.


Nur hilft die schönste Pause wenig, wenn du danach wieder in genau denselben Alltag zurückgehst, der dich jeden Tag über deine Grenzen bringt.


Vielleicht brauchst du tatsächlich mehr Pausen. Vielleicht musst du aber auch weniger Termine hintereinander legen. Eine Aufgabe anders organisieren. Bestimmte Reize reduzieren. Früher merken, wann dein Akku leer wird. Mit jemandem über eine Erwartung sprechen. Oder akzeptieren, dass etwas, das für andere problemlos funktioniert, für dich gerade keine gute Lösung ist.


Selbstfürsorge kann deshalb auch ziemlich unromantisch aussehen.



Nicht jede Lösung liegt bei dir


Das finden wir besonders wichtig. Wenn etwas schwierig ist, landet die Verantwortung schnell bei der Person, die Schwierigkeiten damit hat.


Besser organisieren.

Mehr an sich arbeiten.

Strategien lernen.

Resilienter werden.


Dabei kann die sinnvollste Veränderung manchmal außerhalb von dir liegen.


Vielleicht ist die Umgebung zu laut.

Der Tagesablauf zu voll.

Eine Erwartung unrealistisch.

Eine Aufgabe unnötig kompliziert.

Oder du versuchst seit Jahren, dich an etwas anzupassen, das überhaupt nicht gut zu dir passt.


Deshalb schauen wir bei neuroSELFclear nicht nur darauf, was du anders machen könntest.


Wir schauen genauso auf das Drumherum.



Wo kannst du anfangen?


Du brauchst dafür erstmal keinen perfekten Plan. Such dir eine Situation aus deinem Alltag, die regelmäßig mehr Kraft kostet, als du möchtest. Und beobachte sie ein bisschen genauer.


Was passiert dort eigentlich?

Was war vorher schon los?

Wie viel Energie hattest du überhaupt noch?

Was genau wurde schwierig?

Wann hast du gemerkt, dass es zu viel wird?

Was hätte dir in diesem Moment geholfen?

Und gibt es etwas an der Situation selbst, das anders sein könnte?


Vielleicht findest du dabei direkt etwas.

Vielleicht entstehen erstmal neue Fragen.


Beides kann ziemlich hilfreich sein.



Verstehen ist für uns kein Selbstzweck


Wir beschäftigen uns bei neuroSELFclear mit Neurodivergenz, weil Wissen darüber helfen kann, das eigene Erleben besser einzuordnen. Und wir beschäftigen uns mit mentaler Gesundheit, weil uns genauso interessiert, wie es dir mit deinem Leben eigentlich geht.


Beides gehört für uns zusammen.


Denn am Ende möchten wir nicht nur wissen, warum etwas schwierig ist.

Wir möchten mit dir herausfinden, was dir helfen kann und was sich vielleicht verändern darf, damit dein Alltag besser zu dir passt. 🤎


Tanja & Kaja



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